Foto: © LIGARTI
Hanna Ligeti
Mit der Darstellung winziger entzückender Mitbewohner fing es vermutlich an – nämlich mit der Zeichnung ihrer Meerschweinchen, die sie als Kind gerne skizzierte.
Heute ist sie eine national und international beliebte Künstlerin, die Kunst und Gebrauchsdesign auf beeindruckende Weise verbindet.
Hanna Ligeti, als Tochter ungarischer Eltern am 30. Juni 1987 in Bonn geboren, ging in Heiligenhaus in den Kindergarten, später in Velbert in die Grundschule und in Essen-Werden auf das Gymnasium. Mit 12 hat Hanna einen Collie-Hund unter ihre Mathearbeit gemalt, um dem Mathelehrer zu zeigen, dass sie etwas anderes als Mathematik kann, nämlich zeichnen.1
Die Sommer ihrer Kindheit verbrachte Hanna in einem kleinen Städtchen nahe Budapest, wo sie Freundschaft mit allerlei Straßenhunden, Katzen, Hühnern und Gänsen2 schloss – eine Liebe zu Tieren, die sie bis heute bewahrt hat.
Ein längerer Weg, bis sie sich in ihrer Begabung fand und ihren beruflichen Platz finden würde, steht ihr bevor. Ein begonnenes Ergotherapiestudium in Essen-Bredeney und der Versuch an der Universität Wuppertal Kunst zu studieren mündet zunächst im Studium der Philosophie und Erziehungswissenschaften, das sie später als Bachelor abschließt.
Hanna verfolgt das, was sie wirklich umtreibt, zunächst in ihrer Freizeit, aber schon als ernste Vision:
Sie beginnt, auf Märkten T-Shirts und Gemälde mit Tieren zu verkaufen, später auch auf Facebook. Während ihres Studiums lernt sie Alexander Kissing kennen. Mit ihm entwickelt sie die kreative Basis weiter: “Animal Hoarding” entsteht zunächst, Hannas Tierwelt auf T-Shirts, Kunstdrucken und Postkarten. Erste Messen zeugen von weiterem Potential.
Körperlich powert sie sich aus als eine der damals wenigen Frauen, die BMX fahren.3 Sie fährt mit ihrem alten Feuerwehrwagen und einem Surfbrett durch Andalusien und Portugal.
Dennoch beendet sie das Nomadenleben wieder und kehrt nach Wuppertal zurück. Neben Alex, der ebenso nach einem Auslandsaufenthalt wieder an ihrer Seite steht, kommt bald ein weiteres Teammitglied hinzu: Mit Sami Falk Taha, einem Freund von Alexander aus Valencia, werden nun letzte fehlende Aufgabenbereiche gedeckt.
Neben dem ersten Atelier in der Kieler Straße startet das Unternehmen nun mit dem Namen ‚Ligarti (aus Ligeti und ART) Tiermanufaktur‘ auch einen erfolgreichen Onlineshop.
Das Ligeti Tieruniversum mit allen Produkten von Hanna wird realisiert und fortwährend ausgebaut, darunter Gebrauchsgegenstände, Bilder und Zeichnungen mit Faultieren, Chamäleons, Katzen, Hunden und vielen Tieren mehr. Die populärsten Tiere tragen sogar Namen – wie Wollfried, das Schaf, Rita, die Kuh und andere:
An der Adlerbrücke, Unterdörnen 79, wird ein Laden anbindend an Büros und Versand und Produktionsfläche bezogen. Mittlerweile werden Produkte bis auf die Kanaren, nach Panama, Frankreich und andere Länder beliefert.
Hanna Ligeti stellt jedoch nicht nur eigene Produkte her, sondern ist auch in anderen Bereichen künstlerisch tätig.
Zusammen mit dem Auftraggeber Fritz Kola gestaltet sie 2019 die Wand der Viertelbar im Luisenviertel mit dem Riesenkraken Fritz:
Für den internationalen Architekturwettbewerb Solar Decathlon besprayt Hanna 2022 die komplette Front der Alten Glaserei des Wuppertaler Quartiers Mirke mit Kolibris, Tukanen und Dschungelpflanzen. Für das Gartencenter Mencke gestaltete Hanna 2023 eine Hausfassade in Wuppertal Nächstebreck mit floralen Motiven.
Florale Motive sind auch in ihrer letzten Produktserie mit lustigen Obst- und Gemüsemotiven zu finden (Foto: Brokkoli-Socken). Verschiedene Designs entwirft sie für die Talbohne Kaffeemanufaktur.
Für die Band Bukahara gestaltet sie das CD-Cover Phantasma, das wie so oft bei ihr florale, mystische und Tier-Motive vereint.
Wie die Zukunft aussieht?
Im März 2026 wird Hanna Ligeti nach Elberfeld (Sophienstr. 24) in ein schönes Atelier mit Büros umziehen, dann ohne Verkaufsladen. Da auch der Versand dann ausgelagert wird, wird sie sich wieder mehr auf ihre künstlerische Tätigkeit konzentrieren und dort auch Workshops zu ganz verschiedenen Themen anbieten. Mittlerweile ist ihr Team siebenköpfig – wenn man Haushund Lotti mitzählt.
Text: Uta Kroder
Verortung: Ort ihres Ateliers in der Sophienstr. 24
Quellen:
Gespräch Hanna Ligeti / Uta Kroder am 21.01.2026
https://www.hannaligeti.com/
https://ligarti.com/
Fotos:
Mit freundl. Genehmigung Hanna Ligeti
1 Leider wurde der der arme Hund rot durchgestrichen und die Arbeit mit der Note mangelhaft bewertet…(Lehrer gibt’s ☹) https://www.hannaligeti.com/bio (Stand: 11.03.2026)
2 Ebd., https://www.hannaligeti.com/bio (Stand: 11.03.2026)
3 Ein cooles Video ist auf http://www.vimeo.com/1625919 zu sehen! (Stand: 11.03.2026)
4 Vgl. Carl Robert Schmidt: Goldenes Jubiläum der „Bergischen Kunstgenossenschaft“ (BKG), in: Romerike Berge 5, 1955, S. 85-88. In der Aufzählung der verstorbenen Mitglieder ist auch die „Graphikerin Martha Jaeger“ erwähnt.























